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VPN No-Logs 2026: Welche Anbieter wirklich keine Daten speichern

Tim RichterTim Richter
Geprüft: Juli 2026

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Nahezu jeder VPN-Anbieter behauptet, eine No-Logs-Policy zu haben. Die meisten meinen das nicht so. Wir erklären, was No-Logs wirklich bedeutet, warum der Unterschied zwischen behaupteten und auditierten No-Logs entscheidend ist, und welche drei Anbieter 2026 glaubwürdig belegt haben, dass sie keine Nutzerdaten speichern.

Was bedeutet No-Logs bei einem VPN?

No-Logs bedeutet, dass der VPN-Anbieter keinerlei Protokolle über deine Internetaktivitäten speichert – weder welche Websites du besucht hast, noch zu welchen Zeiten du verbunden warst, noch welche IP-Adresse dir zugewiesen wurde. Im Gegensatz dazu speichern einige günstige oder kostenlose VPN-Anbieter genau diese Daten und können sie bei rechtlichem Druck herausgeben. Wichtig ist die Unterscheidung: Reine Nutzungsdaten (welche Server wurden genutzt, Gesamtdatenvolumen) können von manchen Anbietern gespeichert werden, ohne das Surfen zu gefährden. Verbindungsprotokolle – Zeitstempel, IP-Adressen, Ziel-IPs – sind das, was wirklich zählt und was keine seriösen Anbieter speichern sollten.

Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Deutschland hat eine turbulente Geschichte mit der Vorratsdatenspeicherung (VDS). Das Gesetz zur Speicherung von Kommunikationsdaten wurde 2017 vom EuGH für rechtswidrig erklärt und 2022 erneut durch ein EuGH-Urteil gestoppt. Aktuell (2026) gibt es keine aktive Verpflichtung für Internetanbieter in Deutschland, Verbindungsdaten der Nutzer anlasslos zu speichern. Das bedeutet aber nicht, dass Strafverfolgungsbehörden keine Möglichkeit haben, Daten anzufordern – bei konkretem Verdacht können Anbieter zur Herausgabe vorhandener Daten verpflichtet werden. Ein VPN mit bewiesener No-Logs-Policy schützt hier: Wenn keine Daten existieren, können keine herausgegeben werden.

Behauptet vs. auditiert: Der entscheidende Unterschied

Nahezu jeder VPN-Anbieter behauptet, eine No-Logs-Policy zu haben. Die meisten setzen das aber nicht nach. Der Unterschied liegt in der Überprüfbarkeit: Ein unabhängiges Audit durch eine anerkannte Sicherheitsfirma (PwC, Cure53, Deloitte, SEC Consult) gibt dir externe Gewissheit, dass die Policy auch technisch umgesetzt ist. Ohne Audit ist eine No-Logs-Behauptung nur ein Marketingversprechen. Einige Anbieter wurden durch reale Fälle auf die Probe gestellt – PIA wurde mehrfach von US-Strafverfolgungsbehörden vorgeladen und konnte nachweislich keine Nutzerdaten herausgeben, weil schlicht keine vorhanden waren. Das ist überzeugender als jeder Audit.

Was die 14-Augen-Allianz damit zu tun hat

Die 14-Augen-Allianz ist ein Verbund von 14 Ländern (darunter Deutschland, USA, UK, Frankreich), die Geheimdienstinformationen untereinander austauschen. Ein VPN-Anbieter mit Sitz in einem dieser Länder kann theoretisch durch Behörden zur Datenweitergabe gezwungen werden. Anbieter wie ProtonVPN (Schweiz), NordVPN (Panama) oder ExpressVPN (British Virgin Islands) sitzen außerhalb dieses Verbunds. Das macht es deutlich schwieriger, sie zur Datenweitergabe zu zwingen. Ohne gespeicherte Daten ist der Standort jedoch sekundär – selbst ein in Deutschland sitzender VPN-Anbieter ohne Logs kann nichts herausgeben, was nicht existiert.

Unabhängige Audits im Überblick

AnbieterPrüferJahrErgebnis
ProtonVPNSEC Consult2024Bestätigt
NordVPNPricewaterhouseCoopers2023, 2024Bestätigt
ExpressVPNCure532022, 2023Bestätigt
SurfsharkDeloitte2023Bestätigt
Private Internet AccessUS-Gericht (indirekt)MehrfachKeine Daten vorhanden

VPNs mit bestätigter No-Logs-Policy

#1

ProtonVPN

€4,99 pro Monat · 1-Jahres-Plan

4.8
Beste Privatsphäre
Ideal für: Maximaler Datenschutz, Schweizer Recht
9.900+Server
117Länder
10Geräte
780Mbps
  • Schweizer Recht: ProtonVPN sitzt in der Schweiz, außerhalb der EU und der 14-Augen-Allianz – schweizer Datenschutzgesetze sind unter den strengsten weltweit
  • Open Source und auditiert: Vollständiger Quellcode öffentlich einsehbar, unabhängiges Audit durch SEC Consult bestätigt No-Logs-Policy
  • Kostenlose Stufe: ProtonVPN bietet eine echte kostenlose Version ohne Datenlimit – ideal zum Testen, bevor man einen kostenpflichtigen Plan kauft
Detailbewertung
Geschwindigkeit83
Streaming80
Datenschutz99
Sicherheit99
Apps86
Preis68
#2

NordVPN

€3,99 pro Monat · 2-Jahres-Plan

4.8
PwC-Auditiert
Ideal für: Streaming & maximale Geschwindigkeit
6.700+Server
111Länder
6Geräte
950Mbps
  • PwC-Audit bestätigt: PricewaterhouseCoopers hat die No-Logs-Policy von NordVPN zweimal extern geprüft und bestätigt
  • Panama als Sitz: Außerhalb der 14-Augen-Allianz, kein Datenaustausch mit EU- oder US-Behörden auf Basis internationaler Vereinbarungen
  • RAM-only Server: NordVPN betreibt ausschließlich diskless Server – bei jedem Neustart werden alle potentiellen Datensätze automatisch gelöscht
Detailbewertung
Geschwindigkeit98
Streaming97
Datenschutz95
Sicherheit98
Apps94
Preis72
#3

ExpressVPN

€2,49 pro Monat · 2-Jahres-Plan

4.7
TrustedServer
Ideal für: Höchste Geschwindigkeit, Premium-Nutzer
3.000+Server
105Länder
8Geräte
920Mbps
  • TrustedServer-Technologie: Alle Server laufen ausschließlich im RAM – Festplatten werden nie beschrieben, keine persistente Datenspeicherung möglich
  • Cure53-Audit: Unabhängige Sicherheitsfirma Cure53 hat TrustedServer und No-Logs-Policy extern geprüft und bestätigt
  • British Virgin Islands: ExpressVPN sitzt in einem Territorium ohne Datenspeicherpflicht und außerhalb der 14-Augen-Allianz
Detailbewertung
Geschwindigkeit94
Streaming96
Datenschutz92
Sicherheit95
Apps95
Preis58

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen No-Logs und Zero-Logs?

Beide Begriffe bedeuten dasselbe: Der VPN-Anbieter speichert keine Verbindungs- oder Nutzungsprotokolle. 'Zero-Logs' ist nur eine Marketingvariante desselben Konzepts. Entscheidend ist nicht der Name, sondern ob die Policy durch ein unabhängiges Audit bestätigt wurde. Lass dich nicht von Formulierungen wie 'strenge No-Logs-Policy' blenden – ohne externes Audit ist das nur eine Behauptung.

Kann mein Internetanbieter sehen, was ich tue, wenn ich einen VPN nutze?

Mit einem VPN sieht dein Internetanbieter nur, dass du mit einem VPN-Server verbunden bist – nicht welche Seiten du besuchst, welche Dateien du überträgst oder was du kommunizierst. Der Traffic ist vollständig verschlüsselt. Dein Internetanbieter sieht die IP-Adresse des VPN-Servers und die Datenmenge – nicht den Inhalt.

Was passiert, wenn ein VPN-Anbieter Logs speichert und vorgeladen wird?

Wenn ein VPN-Anbieter Verbindungsdaten gespeichert hat und von Behörden zur Herausgabe verpflichtet wird, können diese Daten zu dir zurückverfolgt werden. Genau das ist 2011 mit HideMyAss passiert: Der Anbieter hatte Logs und gab sie an FBI-Ermittler heraus. Deshalb ist die Überprüfbarkeit der No-Logs-Policy so wichtig – nicht jedes Versprechen hält, wenn es darauf ankommt.

Ist ProtonVPN wirklich besser als NordVPN für Privatsphäre?

ProtonVPN hat einige Vorteile: Sitz in der Schweiz (strenge Datenschutzgesetze, nicht in 14-Augen-Allianz), open-source Code, den jeder prüfen kann, und eine starke Datenschutzphilosophie aus dem gleichen Haus wie ProtonMail. NordVPN ist auditiert und ebenfalls gut positioniert (Panama). Für die meisten Nutzer sind beide gleichwertig. Wer maximale Privatsphäre als oberstes Ziel hat, ist mit ProtonVPN etwas besser bedient. Wer zusätzlich hohe Geschwindigkeit und Streaming will, ist mit NordVPN gut aufgestellt.

Schützt mich ein VPN vollständig vor Tracking?

Ein VPN schützt vor IP-basiertem Tracking und Überwachung durch Internetanbieter. Es schützt nicht vor Cookie-basiertem Tracking durch Websites, Browser-Fingerprinting oder eingeloggten Accounts (Google, Facebook). Für umfassenden Schutz empfiehlt sich: VPN plus Privacy-Browser (Firefox mit uBlock Origin) plus kein Einloggen in Google/Meta beim Surfen. Ein VPN ist wichtig, aber kein Allheilmittel.

Welche VPNs sollte ich für Datenschutz vermeiden?

Vorsicht geboten bei: Kostenlosen VPNs ohne klare Finanzierung (diese monetarisieren oft Nutzerdaten), Anbietern in China oder Russland (staatliche Zugriffsanforderungen), Anbietern ohne externe Audits und Anbietern, die in der Vergangenheit Logs an Behörden weitergegeben haben. Konkrete Beispiele: Hola VPN (verkauft Bandbreite der Nutzer weiter), SuperVPN (Datenlecks dokumentiert), Betternet (Werbeverfolgung nachgewiesen).

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Hinweis (Werbung): Diese Seite enthält Affiliate-Links (Anzeige). Empfehlungen basieren auf eigenen Tests (Methodik), Stand Juli 2026.